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Die Europäische Union und der Tierschutz -  
Große Lösung lässt auf sich warten

 

Die EU-Kommission beschäftigte sich am 24. Januar 2013 im Rahmen eines Gesprächs mit der Problematik der zunehmenden Population herrenloser Straßentiere in ganz Europa. Anlass und Grund dafür war die Übergabe einer von Ärzte für Tiere e.V. ins Leben gerufenen Petition mit über 300.000 Unterschriften. Unter anderen Tierschutzorganisationen war auch eine Delegation von TASSO in Brüssel bei dem Gespräch vertreten.

Die Situation in nahezu allen süd- und osteuropäischen Ländern ist nicht nur geprägt von überfüllten Tierheimen und streunenden Tieren sondern auch - als Folge davon - von der skrupellosen Ausbeutung der Tiere wie das Beispiel der italienischen Canili oder der rumänischen Hundefänger-Lobby eindringlich zeigt.

Angesichts dieser Situation wurde das seit Jahren von vielen Tierschutzorganisationen in Europa umgesetzte Konzept „TNR“ (Trap-Neuter-Return), das das Einfangen, Kastrieren und das anschließende Aussetzen zur nachhaltigen Kontrolle der überhand nehmenden Tierpopulation zum Ziel hat, als Lösung dargestellt und stieß auf Zuspruch. Überraschend positiv wurde von den Teilnehmern der Sitzung die grundsätzliche Zustimmung der EU zum Thema Rückverfolgbarkeit (= Identifizierung und Registrierung) gesehen. Beides gilt als die zentrale Voraussetzung für die Entwicklung einer verantwortungsvollen Tierhaltung und Kontrolle von Missständen.

Das Treffen wurde von Joanna Darmanin, Kabinettschefin des EU-Kommissars Tonio Borg (Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz DG SANCO) und dem Kabinettsmitglied Dr. Harry Vassallo geleitet. Ebenfalls zugegen waren Dr. Andrea Gavinelli und Dr. Paolo Dalla Villa, die in der Generaldirektion die Abteilung Tierschutz leiten. Die Vertreter der Kommission wiesen auf die eng gesteckten rechtlichen Möglichkeiten der EU aufgrund des Lissaboner Vertrages hin; dennoch ist man sich der Grausamkeit gegen Tiere in manchen Ländern bewusst und werde mögliche politische Maßnahmen erwägen. "Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass die rechtlichen Handlungsspielräume der EU für eine große Lösung der Straßentierproblematik zur Zeit noch begrenzt sind. Das hindert uns aber nicht daran, weiterhin für das Recht der Tiere zu kämpfen", äußerte sich Philip McCreight von TASSO nach der Anhörung.

 

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